IVF

Wenn Sie seit längerer Zeit versucht haben schwanger zu werden, jedoch noch kein Baby empfangen haben, kann es sein, dass Sie über die In-vitro-Fertilisation, kurz IVF, nachgedacht haben.

Sie ist eine von verschiedenen Möglichkeiten zur Behandlung von Empfängnis, über die Sie genau Bescheid wissen sollten, bevor Sie sich dazu entscheiden. Beginnen wir damit die häufigsten Fragen zu beantworten:

 

Was ist IVF?

IVF wird von den meisten Medizinern und Spezialisten als effektivste Maßnahme angesehen, um kinderlosen Paaren zur Schwangerschaft zur verhelfen. Viele unterschiedliche Ursachen der Unfruchtbarkeit können dank dieser Methode behandelt werden insbesondere Eileiterblockaden oder -schäden, geringe Spermienzahl oder generelle Unfruchtbarkeit deren Ursache nicht geklärt ist.

Die Grundidee hinter dieser Behandlung ist, die Eier direkt den Eileitern zu entnehmen, so dass sie die Eileiter nicht passieren müssen um in die Gebärmutter zu gelangen. Die entnommenen Eier werden mit den Spermien in einem Labor gemischt, was deren Arbeit ebenso erleichtert! Schließlich wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingesetzt.

 

Wie funktioniert IVF?

Das Gute an dieser Methode ist, dass sowohl Eier als auch Spermien ihren normalen Job erledigen - nur tun sie es an einem Ort wo es sich einfacher arbeiten lässt! Normalerweise sind zusätzliche Schritte notwendig damit die Behandlung erfolgreich ist. Wenn Sie sich einer IVF unterziehen, wird Ihr Arzt entscheiden welche Schritte in Ihrem Fall notwendig sind um den Prozess zu unterstützen. Die klassischen Schritte im IVF-Prozess beinhalten:

  • Einnahme von Fruchtbarkeitsmedikamenten: Manchmal genügen diese der Frau  schon, um schwanger zu werden. Grundsätzlich ermöglichen diese Medikamente Ihren Eierstöcken durchzustarten und so viele ausgereifte Eier wie möglich zu produzieren. In den meisten Fällen besteht die Medikation aus einem Gonadotropin freisetzendem Hormon (GnRH), das während einigen Wochen in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht wird.

  • Hormonspritzen: Nach Einnahme der fruchtbarkeitssteigernden Medikamente werden Sie zusätzliche Hormone benötigen, welche Ihren Eilleitern helfen viele reife Eier zu produzieren. Ein Arzt/ eine Ärztin oder eine Krankenschwester verwalten diese meistens für 10 bis 14 Tage. Das medizinische Team wird in dieser Zeit zusätzlich Ihren Hormonspiegel aufzeichnen und Ihre Eier überwachen.

  • Das Entfernen Ihrer Eizellen: Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird Ihre Eizellen via Ultraschall im Auge behalten, sodass er oder sie weiß, wann sie bereit für die Befruchtung sind. Das Hilfsmittel, das sie für die Entnahme nutzen, ist eine Hohlnadel am Ende eines Ultraschallkopfes. Sie nutzen den Kopf, um die Eizellen zu finden, und anschließend die Nadel, um diese herauszunehmen. Dieser Prozess kann unangenehm sein und nachher mit leichtem bis mittelstarkem Schmerz verbunden sein.

  • Sammeln Sie das Sperma Ihres Partners: Vergessen Sie nicht die andere Hälfte! Ungefähr zur gleichen Zeit, in der Ihre Eizellen entfernt werden, wird Ihr Partner eine Spermaprobe abgeben müssen. Oder, falls Sie eine Samenspende nutzen, wird die Probe vorbereitet. Anschließend wird das medizinische Team das Sperma analysieren und entscheiden, welche Spermien das größte Potential haben, die Eizelle erfolgreich zu befruchten.

  • Befruchtung: Die Eizellen und Spermien werden in einer Kulturschale gemischt und beobachtet. Innerhalb von 24 Stunden wird das medizinische Team Ihnen sagen können, ob Eizellen erfolgreich befruchtet wurden. Wenn ja, werden Sie weitere 2 bis 5 Tage beobachtet.

  • Embryonentransfer: Wenn die Eier dann erfolgreich befruchtet wurden, können Sie wieder eingesetzt werden. Je nach Ihrer persönlichen Fruchtbarkeit, könnten die Ärzte/ Ärztinnen Ihnen die Eizellen bereits zwei Tage später wieder einsetzen oder sie warten noch bis zu 5 Tage lang, bis die Zellen zu einem Klumpen gewachsen sind, offiziell Blastozyste genannt. Manchmal ist mehr als ein Embryo erfolgreich gewesen und es können mehrere Embryos eingesetzt werden. Es werden allerdings nie mehr als drei pro IVF-Termin eingesetzt.

  • Mehr Hormone: Die weitere Einnahme von Progesteron wird Ihrer Gebärmutterschleimhaut dabei helfen, dick genug zu werden, um das Einbetten und Wachsen eines Embryos zu unterstützen.

  • Lagerung der Rest: Wenn befruchtete Eier übriggeblieben sind, die nicht wieder eingesetzt worden, kann das medizinische Team diese für den Fall, dass sie bei einem zukünftigen Termin wieder gebraucht werden, lagern.

Nachdem Sie diese Schritte befolgt haben, wird der Arzt/ die Ärztin Ihren Fortschritt genau im Auge behalten. Wenn (mindestens) einer der Embryos weiter wächst, dann Glückwunsch – Sie sind schwanger! Wenn die Erst Runde der IVF nicht geklappt hat, wird der Arzt/ die Ärztin hingegen übrig gebliebene befruchtete Eizellen für eine weitere Behandlung nutzen oder Sie werden den Prozess von Anfang an neu beginnen müssen.

 

Wer bekommt eine IVF-Behandlung? 

Wie bei allen medizinischen Behandlungen, ist auch die IVF nicht für alle möglich. Es gibt verschiedene Faktoren, die über Ihre Qualifikation bestimmen, auch ob Ihre Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernehmen oder nicht. Hier finden Sie einige der Faktoren, gemäß dem britischen National Institute of Clinical Excellence (NICE):

  • Bei Frauen zwischen 23 und 39 dürften bis zu drei IVF Sitzungen übernommen werden.

  • Bei Frauen zwischen 40 und 42 wird lediglich eine IVF Sitzung übernommen und nur falls sie beweisen können, dass sie eine ausreichende Anzahl lebensfähiger Eizellen haben und sie noch nie vorher die Behandlung bekommen haben.

  • Frauen, die schon Kinder haben, sind sehr wahrscheinlich nicht berechtigt.

  • Frauen, die schon mit IVF behandelt worden, ob privat oder vom NICE bezahlt, sind sehr wahrscheinlich nicht mehr dazu berechtigt.

  • Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie einige Zeit auf einer Warteliste verbringen müssen, da die Nachfrage höher als die Kapazität des Labors ist.

  • Die Paare mit nachgewiesenem Unfruchtbarkeitsproblem haben Priorität.

 

Was ist der Unterschied zwischen IVF und künstlicher Befruchtung? 

IVF und künstliche Befruchtung sind nicht das Gleiche. Es gibt einige Grundunterschiedlichkeiten zwischen den Behandlungen, was bedeutet, dass jede von ihnen auf einen anderen Typ von Patienten zugeschnitten ist und dass sie auch eine unterschiedliche Erfolgsrate haben. Hier einige der Hauptunterschiede zwischen den beiden Behandlungen:

  • Während bei IVF Eizellen entfernt und im Labor befruchtet werden, werden bei der künstlichen Befruchtung gesunde Samen ausgewählt und direkt in die Gebärmutter eingesetzt.

  • Künstliche Befruchtung ist keine zuverlässige Option für Frauen, die eine Eileiterblockade haben oder Männer mit sehr schwachem Sperma.

  • Bei der künstlichen Befruchtung gibt es keine Möglichkeit ihr Befruchtungsstadium zu überprüfen, was hingegen bei der IVF möglich ist.

  • Die Chancen auf eine Schwangerschaft sind mit der künstlichen Befruchtung viel geringer als mit IVF.

 

Wie hoch sind die Erfolgsraten der IVF?

Gerade weil die Erfolgsraten bei der IVF so hoch sind, ist sie bei vielen Paaren so beliebt. Natürlich hängen die spezifischen Erfolgsraten von vielen Faktoren ab, besonders dem Alter. Dies sind die altersabhängigen Erfolgswahrscheinlichkeiten, die sich auf Statistiken von 2010 beziehen:

  • Unter 35 Jahren: 32%
  • 35 bis 37 Jahre: 28%
  • 38 bis 39 Jahre: 21%
  • 40 bis 42 Jahre: 14%
  • 43 bis 44 Jahre: 5%
  • Über 45 Jahren: 2%

Zusätzlich steigen Ihre Chancen, wenn Sie kürzlich schwanger gewesen sind oder ein Kind geboren haben. Es ist auch hilfreich ein gesundes Körpergewicht zu halten, Alkoholexzesse und Koffeinkonsum zu vermeiden und das Rauchen zu unterlassen.

Je mehr Sitzungen Sie schon hatten, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die IVF bei Ihnen funktionieren wird. Dennoch ist die IVF nicht die letzte Hoffnung auf die Erfüllung Ihres Kinderwunsches und es gibt noch weitere Optionen, die Sie ausprobieren können.

 

Was sind die Vor- und Nachteile der IVF?

Es gibt viele Vorteile, IVF zu nutzen, um Fruchtbarkeitsprobleme zu umgehen. Vor allem sind die Erfolgschancen viel höher als bei anderen Möglichkeiten. Für viele Frauen, besonders denjenigen mit Eileiterproblem, ist dies die einzig brauchbare Alternative. Und obwohl es Andeutungen gab, dass IVF mit Geburtsdefekten zusammenhängen könnte, gibt es keine Beweise für diese Behauptung.

Es gibt allerdings manche Risiken, die Sie zweimal über eine IVF nachdenken lassen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft ist leicht höher. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass Sie Zwillinge oder sogar Drillinge bekommen, da mehr als ein Embryo pro Behandlung eingepflanzt wird. So kann ein Traum oder ein Albtraum wahr werden, wenn eine Vielfachschwangerschaft in Schwangerschaftskomplikationen führt. Schließlich können die Fruchtbarkeitsmedikamente auch einige unangenehme Nebenwirkungen erzeugen wie Übelkeit und Kopfschmerzen. Zudem könnten Sie am ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHSS)leiden, bei dem die Eierstöcke sehr schmerzhaft anschwellen und die Behandlung abgebrochen werden muss.

 

Wie viel kostet die IVF? 

Wie bereits erwähnt, gibt es einige Paare, bei denen ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt, und bei anderen nicht. Wenn sie die Kriterien der Krankenkasse erfüllen, wird Ihre Behandlung kostenlos sein. Es gibt private Kliniken, die die Behandlung anbieten, allerdings für einen deftigen Preis. Die Kosten können bis zu 6500 Euro pro Behandlungsrunde betragen und Sie müssen den gleichen Preis wieder bezahlen, wenn Sie weitere Runden brauchen.

 

Wenn Sie denken, dass IVF-Behandlungen die beste Option für Sie sein könnten, machen Sie einen Termin bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um mit ihm oder ihr darüber zu diskutieren und zu klären, ob Ihre Krankenkasse für die Kosten aufkommen wird. Leiden Sie nicht im Stillen wegen Ihrer Unfruchtbarkeit, während Sie sich fragen, was bei Ihnen falsch läuft. Es gibt Alternativen für Sie. 

 

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